Darf’s ein bisschen weniger sein? Die Kraft der Reduktion. Oder: Die Konzentration auf das Optimum.

Es gibt doch immer wieder diese Diskussionen, die aus der Frage entstehen: Reicht’s schon oder braucht es noch etwas? Sollen wir noch ein bisschen dazugeben oder was wegnehmen? Haben wir auch alles drin oder wollen wir noch nachlegen? Meistens ist weniger etwas mehr. Aber so allgemeingültig wollen wir hier nicht sein. Vielmehr geht es uns um die Frage: Was kann die Reduktion in der Kommunikation? Die Antwort kommt prompt: Sie kann – formal, inhaltlich oder auch textlich – ein wirksames Rezept für Stärke sein.

Hier in diesem Blog fokussieren wir uns auf ausdrucksstarke Logos. Denken wir nur an Nike oder Adidas, an den Swoosh und die drei Streifen. Ok, hier hat der jahrzehntelange Mediadruck und das Storytelling einiges bewirkt. Aber dennoch, das Erinnern der einfachen Formen untermauert die These: Reduktion macht stark, im Besonderen formale.

Aber was ist formale Reduktion? Und wann wirkt sie am besten? Ganz reduziert gesagt: Sie ist die Umwandlung der detaillierten Wirklichkeit in vereinfachte, aufs Wesentliche konzentrierte Formen.

Wir haben in diesem Blog fünf Themen ausgewählt, die zeigen sollen, wo formale Reduktion wie wirkt. Formale Reduktion
– sorgt für Überblick
– unterstützt die Funktion
– bringt das Wesen auf den Punkt
– fördert plakative Aufmerksamkeit
– drückt Modernität aus
– sorgt für Ausdrucksstärke

Lassen wir Bilder sprechen!


 

Henry C. Beck, 1933. System, nicht Geografie. Diagramm, nicht Karte. Vereinfachung durch Geometrie. Ergebnis: Übersicht

01 Überblick

Stadtpläne, U-Bahnpläne, Laufwege und dergleichen mehr werden durch Reduktion ganz einfach einfacher zu verstehen.


 

Josef Hartwig, 1923 Bauhaus-Schach

02 Funktion

Wenn im Bauhaus Schach gespielt wurde, drückte die Form die Funktion der Figuren aus. Beispiel Pferd: Der Springer darf galoppieren, einmal nach vorne, einmal auf die Seite, ausgedrückt durch die versetzte Anordnung der Würfel.


 

Herb Lubalin, ca 1980

03 Wesen

Aufmerksamkeit durch feine Intelligenz: Das Wesen eines Themas, einer Marke oder eines Unternehmens kommt subtil und umso klarer hervor.

Die Erkenntnis aus diesen drei Beispielen ist eine der Säulen wirksamer Kommunikation: die Klarheit über die Botschaft. Bei formaler Reduktion kommt dieser Grundsatz besonders zum Tragen. Die Definition der Ziele ist hier wie auch anderswo in der Werbung oberstes Gebot. Wir brauchen immer die Antworten auf die Fragen: Was will ich mit der Reduktion bewirken? Aufmerksamkeit? Überblick? Funktion? Botschaft?
Merke: Im Markencode beginnt jeder Kreativ-Prozess mit der klaren Botschaft.


 

links: Theaterplakat, England, 1884, Thomas Keene in Othello | rechts: Henry Toulouse-Lautrec, 1893, Urgestein der modernen Plakatkunst

04 Aufmerksamkeit

Das Plakat: Wo die Bilder verkaufen lernen, ist die Reduktion bisweilen die beste Freundin der Aufmerksamkeit.


 

05 Modernität

Auf dem Weg vom Jugendstil zum Pictogramm reduziert sich die Opulenz, nicht aber die Klarheit.


 

Amadeo Modigliani, Nu couché, 1917 | Katja Jeogrow-Matern vor "Die junge Lolotte", 1918 in der Albertina Wien

06 Ausdruck

Ein Ausflug in die Kunst macht deutlich, wie ausdrucksstark Reduktion sein kann.
Der Primitivismus vereinfachte Formen, abstrahierte und stilisierte sie.
Die Pariser Avantgarde erschuf eine einfache und ausdrucksstarke Ästhetik und überwand die traditionellen akademischen Normen. Das Verrückte der Kunst wirkte hinein in das Kommunikationsdesign. Logos wie dieses von Starbucks werden nach den Prinzipien der formalen Reduktion, der klaren Einfachheit gestaltet.


 

Auf in die Logowelt!

Wir können in der internationalen Markenwelt reisen, wie wir wollen. Stärke durch Reduktion und Klarheit ist permanenter Begleiter im Design. Ob in Schwarz/Weiß oder in Farbe – Beispiele wie Lufthansa, Puma, Vöslauer oder John Deere halten an der Symbolkraft fest und daran, womit die Marke im Laufe der Zeiten assoziiert wird.

Spannend ist es immer, wenn sich ein Relaunch ankündigt oder neu gegründet wird. Woher weiß man, welcher Grad der Reduktion für ein Logo der richtige ist? Auf Basis von archetypischen Verhaltensvorlieben kann man Menschen und ihre bevorzugte Kommunikation in Einklang bringen. Der Markencode schafft Klarheit für Marke und Zielgruppe.
Er führt zur passenden Bildsprache.

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